Archiv für die Kategorie: “Song”

 

In dem Song “So still” habe ich mich frei gesungen, und wollte dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. Dabei ist, wie ich finde, einer unserer intensivsten Songs rausgekommen, bei denen einen der Text regelrecht anspringt, manchem auch sicher zu sehr, aber so musste es eben sein. Dennoch merke ich, dass ich ihn nicht so ganz für sich stehen lassen will..

Ich bin nicht einsam, misanthropisch oder schwerstdepressiv. Ich gehe gerne unter Menschen, und habe sogar gute Freunde. Und trotzdem ist da manchmal das Gefühl, dass man an Tagen nicht aus seiner Haut kann. Dann kann es passieren, dass man alles so sieht, wie in dem Song, was, wie ich finde, wahr, wie  aber eben auch sehr subjektiv und eben stimmungsabhängig ist. Man könnte es ja auch andersrum sehen, und sagen: “Wie schön, dass die Leute alle höflich und zivilisiert sind, und nicht übereinander her fallen!” Ein Freund beschrieb mir mal, wie schwer es für ihn sei, durch die geschliffene Art seiner Arbeitskollegen zu kommen, die es aber auf der anderen Seite sehr angenehm machen würde, mit ihnen zu arbeiten. Eben las ich bei twitter von jemandem, der sich über seine (wohl professionelle) “Arbeitstelefonstimme” erschrocken hat. Es ist eben so, als würden alle das gleiche tragen: Das macht alles grauer, und eintöniger, aber eben auch gleicher. Manchmal kann ich eben nur das Grau sehen. Aber vor allem: Manchmal.

Das Video dazu ist im übrigen grade im Schnitt bei Markus Wustmann! Wir freuen uns drauf und auf die Tour! Schaut rein!

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Ab heute werde ich anfangen, regelmäßig etwas zu den Songs der Platte zu schreiben. Zu Text, Musik, und deren Entstehung. Ob ich dabei chronologisch vorgehen werde, weiss ich nicht, aber ich versuchs mal.

“Ganz normal”

Manchmal bringen Songs schon bei der Entstehung seltsam Vorherbestimmtes mit sich, und so war dieser Song eindeutig ein Opener! Das war schon klar, bevor er überhaupt fertig war.

Alles begann mit einem Jam, aus dem der Anfangsteil entstand…neu war dabei für uns, etwas so monoton durchzuspielen. Das hatte etwas hypnotisches, und hier auch etwas orientalisches. Ich sah Wüstensand. Menschen, die wandern, suchen, und das Stück bekam den Arbeitstitel “Karawane”, noch bevor ein Wort geschrieben war. “Komm mit” war wohl die konsequente erste Zeile die sich aus dem Bild und der Stimmung ergab. Aber es war klar, dass der Song nicht so enden konnte,  und zu der strahlenden Stelle kamen mir die Zeilen: “Das sind alles bloß Gefühle, das ist alles nicht real”, und das brachte ein mir wichtiges Thema auf den Punkt: Das (vermeintlich) vernünftige festhalten an der Vernunft. So zu tun, als könne man das Leben mit seiner bunten, irren Vielfalt komplett im Griff haben. Meiner Überzeugung nach führt das zu genauso wenig, wie sich nur von den eigenen Launen treiben zu lassen.

Am Ende gab es dann noch eine lange Diskussion über den Titel, die dann ungefähr so ging: 

“Karawane?” 

“Ne, da denk ich an: Der Sultan hät doosch…!”

“Intro?”

“Ne, der ist doch länger als 20 Sekunden! Soll man den überspringen?”

Also dann “Ganz Normal”, um es zu einem ganzen Song zu machen, und dann noch das Wort “Prolog” um klar zu machen, dass es der Türöffner zu Platte ist. So sind wir uns dann ein paar Minuten vor Abgabe einig geworden.

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